Musikparty im Glitzermantel, Neue Basler Zeitung 2.1.2001

Neue Basler Zeitung 2.1.2001

Musikparty im Glitzermantel

«Abba»-Remake in der «Kuppel»

Glitzer – Glimmer – Glamour: Schwarz ausgekleidet war das Halbrund der Bühne in der am Samstag mit Sound und Fans der «Dancing Queens», der «Abba»-Remake-Band aus Tübingen, gefüllten «Kuppel». Die Rampen waren mit violettrosa Zierborden versehen, ebenso geschmückt stand das Piano da, im Glitzermantel. Von einem Barbie-Rosa farbenen Plakat lachten die mit grellem Make-up aufgepeppten Glamour-Gesichter der Sängerinnen aufs Tanzparkett und verhiessen einen fantastischen schrillen Abend mit klassischer Pop-Musik. Von den Balustraden verfolgten ein paar goldene Barockengelein das emsige Wippen und Schütteln des erwartungsfrohen aufgeregten Publikums im bunten Schneetreiben der an die Wände gezauberten Flocken auf dem Tanzparkett. Original-«Abba»-Fans aus den Siebzigern gabs vor allem auf dem «Balkon», in grösserer Zahl anwesend waren jedoch die Töchter und Söhne der «Abba»-Generation.

Dancing Queens

«Noch fünf Minuten», der Countdown lief. Und dann schritten im Dunkeln die weiss gekleideten Musikergestalten auf die Bühne auf ihre Plätze hinter die Pianos und die Gitarren. Und, endlich, im gleissenden Scheinwerferlicht rockten die wunderschönen «Dancing Queens» in weissen eng sich an ihre Körper schmiegenden Schlaghosenanzügen, mit um ihre ranken schlanken Hälse schmeichelnden duftigen Federboas unter Gejohle und Begeisterungspfiffen auf die Bühne.
Und lebten für einen Abend «Abba»! Charmant, leidenschaftlich, ekstatisch. Die «Kuppel» bebte. Mit «Waterloo», dem Hit, der die schwedische «Original»-Pop-Gruppe – Björn, Benny, Agnetha und Anni-Frid – 1974 nach dem Sieg beim Grand-Prix-Eurovision-Wettbewerb in die Topränge der Charts neben die «Beatles» hisste, startete die atemberaubend temporeiche Show. Die Arme der Pop-Diven flogen gegen den Kuppelhimmel, schwenkten hierhin, dorthin, Hände und Finger flatterten. Die Köpfe wurden temperamentvoll nach vorn und hinten geworfen, Hüften wippten. Mit den Füssen stampften die Ladies auf gefährlich hohen Plateaus rhythmisch in den Boden.

Mamma Mia!

Und die Stimmen! Mal melodiös und sanft, mal die dicke heisse Kuppelluft schrill zerschneidend präsentierten die «Queens» die beliebten zeitlosen Ohrwürmer aus den Siebzigern, «Mamma Mia», «Take a Chance on Me» und andere dem in Erinnerungen schwelgenden oder in Verzückung geratenen Publikum. «And their Boys» als ruhige Pole bekamen auch immer wieder ein paar Zückerchen von ihren charmanten Beherrscherinnen. Der «süsse rothaarige Björn» durfte sein Liedlein trällern – «Money, Money, Money». Das Publikum jubelte. Und als sich die tanzenden Königinnen mit den Top-Hits «Thank You For The Music» und «Dancing Queen» verabschiedeten, bei den Zugaben dann die langen Röcke fallen liessen und in Supermini glanzgestiefelt weitertanzten, waren die Fans nicht mehr zu halten. Der Tanzpalast barst. Ein Revival der Superlative. «Die Party lebt!»

Christina Mosimann

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